Küstenliebes Durchhaltegedicht

Küstenliebes Durchhaltegedicht
Ein Weihnachtsgedicht für schwere Zeiten
Es läutet ein zur Weihnachtszeit, ihr lieben Küstenkinder,
doch braucht es dieses Jahr Geschick zum Christmas-Spirit-Finder!
Kein Weihnachtsmarkt, kein Menschenrummel, kein Leben auf den Gassen -
da muss man sich zum Fröhlich werden schon etwas einfall'n lassen!
Masken tragen, Abstand halten, von wegen Außenwelt -
Ich mach mir jetzt die Weihnachtszeit, wie sie mir gefällt!
Drum flugs das Kleinhirn angestrengt und schnell etwas erdacht,
was mir die liebe Weihnachtszeit auch weihnachtlicher macht!
Die Katz trägt jetzt ein Glockenband, das bimmelt konsequent,
wenn sie dem Christkind hinterher durch die Bude rennt! 
Mariah Carey schallt durch's Haus, die Plätzchen sind gestochen,
und bald schon wird der Bratenduft von Omas Gans gerochen.
Zu Nikolaus steckt ich mir selbst ne Schoki in den Schuh,
und pausbebackte kleine Engel sehn mir beim Schmücken zu.
Nen Baum gab's dies Jahr leider nicht, die Katze frisst ihn eh,
doch brennt ein kleiner Weihnachtskranz pünktlich nun zum Tee!
Daneben stehen Wichtelzwerge und Lebkuchen Spalier,
und Räuchermännchens Räucherkringel räuchern kurz nach vier!
Es wabert schon die erste Schwade um meinen großen Zeh,
und alles, was mir jetzt noch fehlt, sind Bäume voll mit Schnee!
Familienzeit wär auch noch schön, das kunterbunte Treiben,
das gehört zum Fest dazu, das lass ich auch nicht bleiben!
Es ist schon recht, der Weihnachtsgeist ist dies Jahr schwer gefunden, 
hat Zwanzig-Zwanzig seine Krise doch noch ganz nicht verwunden.
Doch Frohes Fest mit Abstand halten? Das haut doch nimmer hin, 
da hatte doch der liebe Gott was anderes im Sinn!
Der wurd ja nicht zum Spaß geboren, in dieser heil'gen Nacht,
der hat uns damals nicht umsonst das Fest des Lichts gebracht!
Der dreht sich doch am Kreuze um, wenn der uns hier so sieht,
sich jedermann an Heiligabend nur mit sich selbst umgibt.
Denn zwischen all der Einsamkeit, die dieses Jahr so trug,
braucht es auch einfach wieder Licht und Land in Sicht vorm Bug!
In meinem Kopf stell ich mir vor, wie's heimelig mir klingt,
wenn meine ganze Rasselbande fürchterbar gar singt!
Es läuft die olle Weihnachtsdisk von früher rauf und runter,
und Ururuommas Eierpunsch macht Tote wieder munter. 
Dann klopft es schließlich an der Tür, man schreit "der Weihnachtsmann!"
Und rein kommt dieser alte Knacker von Nachbar nebenan!
Die Katze faucht, das Kleinkind schreit, und jemand fällt in' Baum -
ach liebe Küstenkinder, wahrlich, was für ein Weihnachtstraum!
Drum bleibt im Herzen immer munter, bewahrt euch eure Bräuche
- und nächstes Jahr kommt Weihnachten dann wieder ohne Seuche!
 
Autor: Maria Rosenberger
 

2 Kommentare


  • Kerstin Harting

    Zauberschön und so wahr !!!! Mehr Worte bedarf es nicht !!!


  • Karin Kleinwächter

    Mal ein ganz anderes Gedicht 🙂


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